Biografie
Sandro Santalucia (geb. 2000 in Rosenheim) lebt und arbeitet in Köln. In seiner künstlerischen Praxis verbindet er klassische Maltechniken mit konzeptuellen Ansätzen. Seine deutsch-italienische Herkunft fließt in seine kritische Auseinandersetzung mit Malerei, Sprache und kunsthistorischen Bildtraditionen ein.
Er studiert derzeit im Master Intermedia mit Schwerpunkt auf künstlerischer Forschung sowie Medienkulturwissenschaft an der Universität zu Köln. Ein halbjähriger Auslandsaufenthalt an der Università degli Studi di Firenze (2024-2025) mit Fokus auf Ästhetik und visueller Kultur vertiefte seine theoretische und praktische Arbeit in der Malerei.
Seine Arbeiten wurden in Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt, darunter im Bunker K101 in Köln (2025) und im Museum der Fotografie in Görlitz (2021). Mit der Werkreihe Sogno ed Ebbrezza war er außerdem in der ehemaligen Galerie Fabrikat 89 in Köln vertreten. 2024 präsentierte er mit Nova Exthetika im Rahmen von case studios/FRIENDS in Köln seine erste Einzelschau und veröffentlichte die gleichnamige Publikation zusammen mit dem Dichter Luca Thiel. Neben seiner künstlerischen Praxis ist er freiberuflich als Kulturvermittler und Projektmanager tätig, unter anderem für die Salta art Kunststiftung. 2020 erhielt er den ersten Preis des Kunstwettbewerbs der Universität Passau.
Artist Statement
Was geschieht, wenn sich unser Innerstes nach außen kehrt? Wenn Gedanken, Impulse und Gefühle zu Tagträumen oder Rauschzuständen werden? Mich interessieren diese Augenblicke, die uns kurz vollständig einnehmen, bevor sie wieder vergehen. Meine Arbeit erkundet Ordnung und Harmonie und wie wenig es braucht, um sie ins Chaos zu stürzen.
In meinen Bildern lösen sich Individuen auf und werden zu Metaphern und Archetypen. Ihr Handeln wirkt vertraut und zugleich offen für Interpretation. Es sind Schnappschüsse der Frage nach dem Absoluten, in denen der Mensch sich selbst begegnet, sich entfremdet und neu findet. Thematisch wiederholt sich dabei oft das Motiv der Transgression: das Überschreiten von Normen, das Spiel zwischen Vernunft und Instinkt, zwischen Kontrolle und Exzess.
Meine Malpraxis zielt darauf ab, flüchtigen Empfindungen und Zuständen eine Form zu geben, die zwischen Konkretem und Abstraktem liegt. Sie hat sich aus einer intensiven Auseinandersetzung mit Bildtraditionen und dem Studium (digitaler) Medienkultur sowie philosophischer Fragen nach Wahrnehmung und Bewusstsein entwickelt. Da ich stets in Bildern und ungegenständlichen Formen denke, ist das Konzipieren und Erschaffen von Gemälden für mich ein notwendiger Teil des alltäglichen Denkprozesses. Auf diese Weise versuche ich, die Welt zu verstehen und Erkenntnisse über menschliche Erfahrung und unsere Lebensrealität zu gewinnen.
Ich arbeite vor allem mit Öl und nutze Fotografien sowie digitale Collagen als Referenzen, die ich in klassische Maltechniken übersetze und auf der Leinwand ausbaue und umforme. Ausgehend von eigenen Fotografien von Menschen aus meinem Umfeld entwickle ich meine Kompositionen, indem ich spontane innere Bilder und Traummotive einfließen lasse.